97-09-74

Im Jahr 1932 beschaffte die RBD Dresden für ihre 750-mm-Strecken zwei vierachsige Sprengwagen. Auf den 9000 mm langen Untergestellen mit Pressrahmendrehgestellen trugen sie jeweils einen 7750 mm langen genieteten Kessel. Die Sprüheinrichtungen befanden sich an den Endbühnen; die drei Sprühköpfe befanden sich unter dem Kessel.
Der heute in Rittersgrün befindliche Wagen, seit Anfang der fünfziger Jahre mit der Bahndienstwagennummer 97-09-74 versehen, erhielt in den sechziger Jahren fünf Sprühdüsen an der Handbrems-Stirnseite; der nötige Druck wurde mit zwei Lokomotiv-Speisepumpen erzeugt, die beiderseits in Kesselmitte am Längsträger angebracht waren. 1969 wurde dies wieder zurückgebaut.
Beheimat war der für Einsätze auf allen sächsischen Schmalspurbahnen beschaffte Wagen in der DDR-Zeit offiziell in Oschatz. Von hier aus kam er z. B. 1968 nach Strehla, in den siebziger Jahren nach Radebeul und Freital sowie 1977/78 nach Wolkenstein. Von der Preßnitztalbahn gelangte der Vierachser am 19.12.1980 in die WA Perleberg des Raw Wittenberge. Eine erneute betriebsfähige Aufarbeitung lehnte die Reichsbahn dort ab, da er dazu einen neuen Kessel benötigt hätte. Daraufhin musterte die Deutsche Reichsbahn den Wagen 1984 aus und gab ihn ins Museum nach Rittersgrün ab.
Nach seiner endgültigen Ausmusterung im Jahre 1984 wurde er im folgenden Jahr ans Museum abgegeben.
Seit 2007 sind Mitglieder der IG Museum mit der schrittweisen Reparatur des Kessels, der Armaturen und einem Neuanstrich beschäftigt; da im Bereich der Metallarbeitung hier aber keine Vorkenntnisse vorhanden sind, kam es bisher zu einigen Rückschlägen. Aber wir sind ja lernfähig und so steht dieses Exponat seit Mai 2016 vorzüglich aufgearbeitet und neu beschriftet auf dem Museumsgelände.

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